Kopflos im Liebesrausch

Pressemitteilung vom 28.07.2018

Erstellt am 28.07.2018

Gegen Hormone gibt es keine Argumente! Das gilt auch für Rehe. Die haben gerade Paarungszeit. Auf den Straßen ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

 

Margit Haas

 

Im Liebesrausch werden übliche Verhaltensweise schon einmal vergessen. Dies gilt nicht nur für Zwei- sondern auch für Vierbeiner. „Die Paarungszeit des Rehwildes ist gerade in vollem Gange. Auf den Landstraßen ist deshalb jetzt auch tagsüber verstärkt mit Wildwechsel zu rechnen“, informiert Matthias Wittlinger. Der Kreisjägermeister weiß, dass während der Brunft das Wild „buchstäblich blind vor Liebe“ auch Straßen überquert. „Sie stellen für sich und andere Verkehrsteilnehmer ein Risiko dar“. Wittlinger rät deshalb zu besonderer Achtsamkeit und bittet Autofahrer um erhöhte Rücksichtnahme.

 

Vor allem Rehböcke sind jetzt sehr aktiv und ständig auf der Suche nach paarungswilligen Reh-Damen. „Hat der Bock eine Auserwählte gefunden, treibt er sie stundenlang vor sich her, bis sie sich zur Paarung bereit erklärt“, so Wittlinger. Bei diesem Treiben entstehen kreisförmige Pfade, so genannte „Hexenringe“, die auf Feldern oder Waldwiesen gut zu erkennen sind.

 

„Wer auf Landstraßen entlang von Wäldern sein Tempo von 100 auf 80 Stundenkilometer drosselt, der reduziert seinen Bremsweg um 25 Meter. Dies kann überlebenswichtig sein – auch für das Wildtier. Denn ein Aufprall endet für die 20 Kilogramm schweren Rehe fast immer tödlich“. Aber auch Menschen verunglücken immer wieder tödlich.

 

Zur Information: Im vergangenen Jagdjahr starben über 195 000 Rehe und 26 000 Wildschweine auf bundesdeutschen Straßen. 2015 zahlten die deutschen Versicherer rund 600 Millionen Euro für Schäden, verursacht durch Wildunfälle.

Erstellt am 28.07.2018
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