PM: Der Automarder beißt wieder zu

Die gar nicht so seltene Spezies des „Automarders“ ist aktiv. Auch andere anpassungsfähige Tiere sorgen in urbanen Regionen für Ärger.

Margit Haas

Erstellt am 10.07.2020

„Sommerzeit ist Paarungszeit beim Steinmarder: Jetzt kommt es wieder zu zahlreichen Schäden unter der Motorhaube“, weiß Matthias Wittlinger. „Die Paarungszeit des Steinmarders sorgt im Juli und August jährlich für Unmut unter Autofahrern“, fährt der Kreisjägermeister fort. „Zerstörte Kabel, Schläuche oder Isoliermatten sind die Folgeschäden eines unerbittlichen Revierkampfs.“ Die Tiere nutzen geparkte Pkw als Schlafplatz, Speisekammer und Aussichtsplattform. „Wittert der ortsansässige Marder den Duft eines Konkurrenten, greift er alle Autoteile an, die nach dem Rivalen riechen.“ Besonders Pendler, die ihr Auto unbewusst in unterschiedlichen Marderrevieren parken, sind von den Beißattacken betroffen. „Jedes Jahr verursachen Marder einen Versicherungsschaden in Millionenhöhe“, hat der Deutsche Jagdverband recherchiert. Er empfiehlt Autofahrern, vor jeder Fahrt auf auslaufende Flüssigkeit oder herumliegende Gummiteile zu achten. So ließen sich teure Folgeschäden vermeiden.

„Aber auch andere anpassungsfähige Wildtiere sorgen in urbanen Regionen für Ärger“, weiß der Kreisjägermeister. Fuchs, Waschbär und Wildschwein suchen die Nähe zum Menschen. „Ein wärmeres Klima, zahlreiche Verstecke, kaum natürliche Feinde und ausreichend Nahrung – Siedlungen bieten beste Bedingungen.“ Damit diese Kulturfolger Abstand zum Menschen halten, „sollte bewusstes sowie unbewusstes Füttern vermieden werden“, betont Wittlinger. „Hunde- oder Katzenfutter locken Fuchs und Waschbär an. Kompost und Mülltonnen bieten Wildtieren ebenfalls Nahrung und sollten deshalb immer verschlossen sein.“ Der Besuch der wilden Vierbeiner sei nicht nur lästig. „Fuchs und Waschbär können Krankheiten auf Hunde und Katzen übertragen“. Und wer einmal einen von Wildschweinen „umgegrabenen“ Rasen gesehen hat, weiß um den großen Schaden. Wittlinger warnt: „Fühlen sich die Allesfresser bedroht, attackieren sie Hunde und sogar Menschen“ und empfiehlt dringend, Abstand zu halten.

Kasten:
In seiner Broschüre „Wilde Wohngemeinschaften – Wildtiere in der Stadt und ihre Folgen“ gibt der Deutsche Jagdverband Tipps zum richtigen Umgang mit den Tieren. Sie kann unter www.jagdverband.de/der-automarder-beisst-wieder-zu heruntergeladen werden.

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