PM: Hunde an die Leine nehmen ist wichtig

Gerade jetzt ist es wichtig, Hunde an die Leine zu nehmen. „Der Wildnachwuchs darf nicht gestört werden“, sagen die Jäger.

Erstellt am 30.04.2020

Margit Haas

Derzeit sind sehr viel Menschen in den heimischen Fluren unterwegs als sonst üblich. In der Corona-Krise entdecken die die Natur vor der Haustüre als Naherholungsraum ganz neu. Viele sind mit einem Hund unterwegs. „Er will ja nur spielen“ – diesen Spruch von Frauchen und Herrchen kennt Matthias Wittlinger nur zu gut. Immer wieder beobachten der Kreisjägermeister und die Jägerinnen und Jäger in ihren Revieren freilaufende Hunde, die oft genug nicht einmal den Anweisungen ihres Zweibeiners Folge leisten. „Das Spiel des Hundes ist angeboren und dient dem Erlernen des Beutemachens, wie bei seinem wilden Verwandten, dem Wolf. Schnell kann jedoch der Instinkt der Hunde jungen Wildtieren zum Verhängnis werden“, weiß der Kreisjägermeister.

„Rehkitz und Junghase vertrauen in dieser Jahreszeit auf ihre tarnende Fellzeichnung und den noch nicht ausgebildeten Körpergeruch.“ Deshalb fliehen sie vor einer Gefahr nicht, sondern bleiben regungslos und geduckt liegen und hoffen, nicht entdeckt zu werden. „Kommt Mensch oder Hund einem solchen Fellbündel doch einmal so nahe, dass es die Flucht ergreift, ist es – zumindest gegenüber einem Hund – oft zu spät. „Auch bei einem vermeintlich wohlerzogenen Stubenhund kann dann spontan der Jagdtrieb durchbrechen“, ist die Erfahrung von Wittlinger. Er und die Jägerinnen und Jäger appellieren deshalb an alle Hundebesitzer, „während der Aufzuchtzeit von Jungwild, die noch bis etwa Mitte Juli dauert, beim Spaziergang in Wald und Feld sicherheitshalber auch folgsame Hunde an die Leine zu nehmen“. Wittlinger erinnert daran, dass das baden-württembergische Jagd- und Wildtiermanagementgesetz vorschreibe, „dass Hunde verlässlich im Einwirkungsbereich ihres Halters bleiben müssen“.

Verstöße stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und „können angezeigt werden. Auf Nummer sicher geht, wer seinen Hund freiwillig anleint.“

Der Kreisjägermeister äußert eine weitere Bitte: „Aktuell sind sehr viele Menschen in der Natur unterwegs. Wenn Sie Kitze und Junghasen finden, die allein sind: Die Tiere sind nicht verwaist! Deshalb freuen Sie sich über den Fund, fassen Sie die Kleinen aber unter keinen Umständen an oder nehmen sie mit. Sollte ein Jungtier tatsächlich verletzt sein, informieren Sie den zuständigen Jäger oder die verantwortliche Polizeibehörde.“

Erstellt am 30.04.2020
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